Freitag, 14. Juli 2017

BISSE DE SION

Donnerstag, 13. Juli 2017



LeitungPeter Mathys, 24 Seniorenwanderer



Route: Barrage Rawil - Bisse de Sion am Westufer des Lac de Tseuzier - Les Rousses - Sé des Samarins - Ravouéné - Les Grillesses - Anzère

11 km, 3 Std., Abstieg 220 Hm, gute Wege, T1

Das A und O einer Seniorenwanderung ist das sorgfältige Rekognoszieren. Ganz besonders gilt dies für Suonenwanderungen. Suonen haben zwar in der Regel ein für Senioren moderates Gefälle, aber Passagen in Steilhängen und Felsen erfordern sicheres Gehen und Schwindelfreiheit.

Am 6. Juli 2017 rekognosziere ich die Bisse de Sion mit einer kleinen Gruppe. Zusätzlich zur geplanten Wanderung umrunden wir zu Beginn den Lac de Tzeusier.


Es ist immer wieder eine grosse Überraschung: nach der Postautofahrt durch die düsteren Tunnel zeigt sich der Stausee von der schönsten Seite. Wir erreichen über die Staumauer das linke Ufer und beginnen sogleich die Umrundung im Gegenuhrzeigersinn.



Wir beobachten, dass auch allerjüngste Junioren mit Vergnügen unterwegs sind.



Der absolute Höhepunkt dieser Rundwanderung ist die Quelle der Liènne. Weil der vergangene Winter schneearm war, rauscht zwar weniger Wasser aus den Felslöchern als im Vorjahr.

Im Abstieg von der Liènne-Quelle stösst man dann auf die Bisse de Sion - diese führt jedoch zu unserer Enttäuschung noch kein Wasser.

Foto vom Juli 2016

Auf dem Rückweg zum Staudamm führt eine Hängebrücke über einen Seitenbach.

Nach dieser Einleitung nun zur Seniorenwanderung vom 13. Juli 2017:


Gleich nach der Ankunft bei der Barrage Rawil begeben wir uns auf die Staumauer. Kurt berichtet über seine Tätigkeit als Ingenieur hier oben, als in den Siebzigerjahren die Mauer Risse bekam. Die Ursache war ein Sondierstollen für einen Autobahntunnel. Natürlich wurde dieses Projekt abgebrochen.

Blick hinunter in die Schlucht der Liènne
  

Eine Frage beschäftigte mich natürlich die ganze Zeit: führt die Bisse de Sion heute Wasser? Deshalb wanderten wir auf der rechten Seeseite bis zur Stelle, wo die Bisse im Untergrund verschwindet. Und siehe da:


Sie führt Wasser - und wie! Gut 300 Liter pro Sekunden fliessen talwärts.

Wir wandern nun am Rand der Strasse durch die düsteren Tunnel, durch die das Postauto jeweils fast Zentimeter genau fährt. Ich versuche zu erklären, wo die Bisse hier unter - und oberirdisch verläuft.


Ein markierter Wanderweg umgeht einen Tunnel. Zuerst steigt man auf das Dach der Galerie, dann senkrecht hinauf auf ein Felsband. Brigitte will da unbedingt hoch, aber es gelingt mir, dies zu verhindern.









So einfach ist es nämlich nicht. Willem bleibt im Jahr 2012 mit seinem Rucksack vorerst im untersten Ring stecken. Er hat es aber geschafft - und ich bin ebenfalls hochgestiegen. Tempi passati.

















Der Weg durch den Tunnel ist allemal bequemer - und an einem heissen Sommertag erst noch kühl und schattig.


Nach Les Rousses ist das Vergnügen pur. Im Wald ist es angenehm kühl, die Bisse führt viel Wasser, der Hüterweg ist komfortabel breit.


Einige Tunnel können aussen herum gut umgangen werden.



Vor einer Woche gab es hier noch eine andere Möglichkeit ... Viktor simuliert das Wasser.



Statt Wasser fliessen Wanderer durch die Tunnel.


Hinter mir höre ich ein unüberhörbares Brummen. Mir si müed, mir hei Hunger! Ich höre diese Botschaft und führe die Wanderer bei Ravouéné auf den schönsten Picknick-Platz der Welt.

Hier büht der Kugelginster ...

Hier hat es Orchideen und Enzian
Gentiana lutea

Hier hat man freie Sicht auf die Berge

Hier finden alle ein schönes Plätzchen


Ä Guete!!









Nach dem üppigen Tafeln geht es zügig hinunter Richtung Anzère. Wir queren hoch oben den Torrent Creux,bewundern die Aussicht, lassen die Skistation Les Grillesses hinter uns, queren nochmals die verloren geglaubte Bisse de Sion.

Oben am Torrent Creux

Blick nach Montana

Les Grillesses

Fast am Ziel
Und ganz zum Schluss gelingt uns das, was vor einer Woche Peter, Viktor, Jürg, Ruedi, Ruth und Doris nicht gelang: Marianne findet ein offenes Beizli. Wir haben ja alle soo grossen Durst!


Schliesslich sind wir dann alle gut zu Hause angekommen. Mich erfüllt ein grosses Gefühl der Dankbarkeit. Schönes Wetter, angenehme Temperaturen, alles planmässig verlaufen, glückliche Wanderer. Mit dieser Gruppe bin ich einfach gern unterwegs!

Seniorenwanderung vom 28. Juli 2017
Wegen der Platzbeschränkung im Postauto konnten am 13. Juli nicht alle Angemeldeten mitkommen. Deshalb organisierte ich einen zweiten Gang über die Bisse de Sion. Für mich war dies kein Muss. Schon nur das immer wechselnde Licht und die Spiegelungen am Lac de Tseuzier sind immer eine Reise wert. Wer nur einmal irgendwo war, war nie wirklich dort. Die Gruppe war klein aber fein, das Erlebnis wiederum gross und die Gespräche intensiv.

Bei den Fotos setze ich einen Schwerpunkt mit den historischen Aufnahmen aus dem Jahr 1901. Damals fotografierte ich noch in Schwarzweiss ...


Schon nur die Fahrt mit dem Postauto ist diese Reise wert

Lac de Tseuzier

Der Gelbe Enzian blüht immer noch

Auch heute führt die Bisse de Sion viel Wasser


"Chützli" vom Silberwurz

Das Felsband, auf das heute eine Leiter hinaufführt

Zwischen den heutigen Strassentunneln

Von hier aus kommt man leicht zum Stolleneingang

Der Hüterweg führt heute aussen herum


Fritz bei den Blechkänneln ....

.... und beim zweiten Stollen

Alles Handarbeit!

Reger Flugverkehr


Schöne Aussicht im Abstieg nach Anzère





Weitere Berichte über die Begehung von Suonen:




Link auf die Wanderberichte der Jahre 2015 und 2016:

peterperpedes.blogspot.ch

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