Donnerstag, 19. Mai 2016

Chaschtler - Suche nach der Holunderorchis

Mittwoch, 18. Mai 2016














Ausgangspunkt Eggen ob Eggerberg
Bushaltestelle an der Linie Visp - Eggerberg - Eggen - (Finnen)

Route: Eggen - Kaffeehalt Wirtschaft Egga - Finnen - Chaschtler - Salwald - Meinimatte - Roosse - Mund.

9 km, 4 Std. inkl. Pausen, 650 Hm Aufstieg, 500 Hm Abstieg, Schwierigkeitsgard T1, markierte Wanderwege.

Seitdem wir im Salwald zwischen Chaschtler und Meinimatte die Holunderorchis (Dactylorhiza sambucina) entdeckt haben, suchen wir diesen einmaligen Standort fast jährlich auf. Wir fahren von Bern nach Visp und sind mit dem Postauto rasch oben in Eggen. Es lohnt sich, in der Wirtschaft Egga einzukehren. Von der Terrasse blickt man über Visp hinüber zur Mischabel.



Kurz hinter der Wirtschaft zweigt der Weg ab, der direkt hinaufführt zur Gorperi Suone. Natürlich ist die Versuchung gross, der Suone ins Baltschiedertal zu folgen. Wir wählen den Weg nach rechts, der uns recht steil hinaufführt nach Finnu. Im felsigen Bergwald blüht die Felsenbirne - und wir könnten einen grossen Vorrat an Wacholderbeeren pflücken. Das lassen wir jedoch wohlwissend bleiben. Das ist nämlich nicht der gewöhnliche Wacholder (Juniperus communis), sondern der sehr giftige Sefistrauch (Juniperus sabina).





Nach gut einer Stunde erreichen wir Finnu, machen Pause und geniessen die prächtige Aussicht.


Ein makabrer Ort! Neben dem Kreuz steht aus alten Zeiten auch noch ein Galgen.  Finnu hatte im Mittelalter eine eigene Gerichtsbarkeit.


Wir werfen noch einen Blick in die schöne Kapelle, bevor wir durch das Dörfchen bummeln. Die Häuser werden alle gut unterhalten. Die Einheimischen tragen Sorge zu dem, was ihnen die Vorfahren vererbt haben.





Ein Blick zurück. Unterwegs plaudern wir mit einem Bauern. Er hat Teekräuter gesammelt - von der Holunderorchis hat er noch nie etwas gehört. 



Im Aufstieg zum Chaschtler kommen dann die ersten botanischen Überraschungen. Die Berg-Anemone (Pulsatilla montana) vereint Schopf und Blüte am gleichen Stiel ...
....und wenn man gut hinschaut, ist der Schopf auch noch bewohnt.


An schattigen Stellen blüht die Schwefelanemone.


Wir kommen oben auf dem Chaschtler an. Die Spannung steigt. Zwar haben wir schon zwei Holunder-Knabenkräuter gesehen, aber das grosse Erfolgserlebnis war dies nicht. Wir folgen nun dem Waldweg, der unterhalb des Strässchens durch den Salwald führt.




Was wir nun sehen, übertrifft alle Erwartungen. Gelbe und Rote Holunderknabenkräuter, wie in der Flora Helvetca beschrieben auf lichten Waldstellen.






Und dann - welche Überraschung! Da blüht ja auch schon der Koch'sche Enzian (Gentiana acaulis). So intensiv blau-violett habe ich ihn noch nie gesehen.










Na ja - und dann geht es zügig Richtung Mund, am Wegrand nochmals eine Berg-Anemone.
 Der Suonen-Fan sieht natürlich überall Wasserleitungen, hier Wasser der Wyssa aus dem Gredetschtal.
Über Heuwiesen geht der Blick ins immer noch tief verschneite Simplongebiet.
Ziel Mund in Sicht - in Sicht auch das Nanztal. Die Heido hoch oben in diesem abgelegenen Tal ist meine Lieblingssuone. Wenn der Schnee geschmolzen ist, ist sie mein Ziel ...
In Mund befindet sich die Postautohaltestelle gleich unter dem Zehndenstadel aus dem Jahr 1437. In diesem befindet sich das Safranmuseum. Eine Führung in diesem Museum ist sehr empfehlenswert. Ich war im Oktober 2015 mit einer Gruppe da. Bericht und Fotos siehe hier!



Sonntag, 15. Mai 2016

Wandern am schönen Greifensee

Mittwoch, 11. Mai 2016

Leitung: Ernst Lüthi, 18 Seniorenwanderer

Route: Nänikon - Greifensee - Sandacher - Sueten - Ausfluss Glatt - Rohr - Aschbach - Maur. Mit Schiff zurück nach Niederuster.

9 km, keine Auf- und Abstiege, 3 Std., T1 auf Naturwegen.

18 von 19 Angemeldeten treffen sich im Bahnhof Bern. Was das Wetter heute will, ist nicht voraussehbar. Fazit nach dem Wandertag: die Regentröpfchen liessen sich buchstäblich an einer Hand abzählen.


Den üblichen Startkaffee mit Gipfeli genossen wir im Freien. 
Anschliessend bummelten wir Richtung Kirche und kamen beim Diakonenhaus vorbei. Dieses Haus bietet Wohn-, Arbeits- und Lebensraum für Menschen mit psychischen und /oder kognitiven Beeinträchtigungen. Früher wurden hier auch Diakone ausgebildet. Martin Arbenz, der auch hier ausgebildet wurde, kann heute aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei sein.

 Wir bestaunen wunderschöne Riegelhäuser. Das Städtchen Greifensee ist sehenswert!
Ein ganz besonderes Gebäude ist die Kirche. Sie wurde direkt an die Stadtmauer gebaut und hat deshalb einen aussergewöhnlichen Grundriss
 
Ernst und Annelise erklären uns die geschichtlichen Hintergründe - und natürlich lassen wir zum Schluss einige Lieder erklingen.

 Hier sehen wir, wie sich die Kirche an die Stadtmauer anschmiegt.
Unterwegs zum See sehen wir weitere schöne Häuser - und dann erfahren wir von Ernst, dass es jetzt in Sachen Wandern ernst wird.

Wir folgen dem Wanderweg im Gegenuhrzeigersinn. Zwischen Weg und See liegen Feuchtwiesen und Schilfgürtel. Immer wieder hat man schöne Ausblicke.



Am nördlichsten Punkt des Sees überqueren wir ein Flüsschen, beobachten Fische und Blässhühner, die von ihrem Küken wegen der starken Strömung getrennt sind. Leider können wir nicht helfen.





Schon naht der Rastplatz. Wir stillen unseren Hunger, und Ernst überrascht uns mit einem Wettbewerb: wie heisst das Flüsschen, das wir gerade überquert haben?

Ein Witzbold fand dies eine glatte Frage, und weil besagtes Flüsschen eben Glatt hiess und auch so angeschrieben war, gewann er den Preis.



Und wenn sie nicht wandern, dann futtern sie!






 Weiter geht es dem See entlang - und in Maur sehen wir sogar einen Storch. Das Schiff fährt in ca. einer Stunde. Wir haben ausgiebig Zeit für eine Futter- und Trinkpause. Ich sage es ja immer: bei Seniorenwanderungen ist das gesellige Beisammensein wichtiger als das Wetter und die schöne Aussicht.


Jetzt fahrn wir übern See, übern See - jedoch nicht mit einer hölzern Wurzel. Mitten auf diesem Ozean begegnet uns ein Kreuzfahrtschiff,

Liebe Ernst und Annelise: danke für diesen schönen Tag! Ich war zum zweiten Mal in meinem Leben am Greifensee. Diesmal hat es mir gefallen!




Dienstag, 3. Mai 2016

Wanderwoche Vinschgau - von Saltaus dem Maiserwaal entlang nach Meran

So wird unterwegs auf einer Tafel informiert:

Das Bodenverbesserungskonsortium Neuwaal Obermais mit Sitz in Meran hält den gleichnamigen Wasserlauf (Waal) samt Wanderweg in Stand. Der Waal erstreckt sich von Saltaus bis Obermais, hat insgesamt eine Länge von 9 km und verläuft durch die Gemeinden Meran, Schenna, Riffian und St. Leonhard. Der Neuwaal Obermais, welcher bereits seit dem 13. Jahrhundert urkundlich bezeugt ist, wurde im Jahr 1658 nach längerem Verfall wiedereröffnet. Bis heute dient der Waal zur Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Seit dem Jahr 2012 wird der Waal im Rahmen eines aufwändigen Projektes saniert.

Eine mustergültige Sanierung! Der Waal fliesst meist in einem naturbelassenen Bachbett, auf touristische Infrastrukturen wird verzichtet. Auch ohne Jausen ist ein Waal ein Erlebnis!

Ein kurzer Kommentar zu den Fotos: man kann nicht Wanderungen leiten und so nebenbei auch noch gut fotografieren. Insbesondere die Pflanzenfotos sind beim Rekognoszieren entstanden.


Dienstag, 26. April 2016

Von Naturns mit Bus 251 nach Meran Bahnhof. Weiter mit Bus 240 nach Saltaus im Passeiertal. Ab hier kurzer Abstieg hinunter zur Passer. Kurz hinter der Brücke sehen wir die Schöpfe (Wasserfassung) des Maiserwaals. Auf der Schattseite des Tales geht es nun gemütlich durch Obstplantagen und Wälder Tal auswärts. In Obermais, wo der Waal endet, könnte man mit dem Bus nach Meran fahren. Es lohnt sich jedoch, zu Fuss zur Passerpromenade hinunterzusteigen. 

11 km, T1, 40 Hm Aufstieg, 200 Hm Abstieg, 3 Std. reine Wanderzeit, keine Jausen


Wie fast jeden Morgen teste ich auf einem kurzen Bummel das Wetter. Hier der Blick zum Hotel Lamm, das sich hinter Bäumen versteckt und schwierig zu fotografieren ist. Und natürlich muss ich bei der Etschbrücke warten, bis die Vinschgerbahn auftaucht.













Zwei Stunden später sind wir schon unterwegs, am ersten Wandertag alle sehr motiviert. Nicht alle sind es jedoch gewohnt, täglich mehr als 10 Kilometer zu wandern.










Es ist eine wahre Freude! Der Maiserwaal führt viel und klares Wasser, der Waalweg ist breit und in Steilhängen talseitig gut gesichert. 

In der Schweiz sind die Hüterwege der Suonen und Bissen das Eldorado der Biker geworden, nicht selten zum Schreck der Wanderer. Im Südtirol ist das Befahren der Waalwege verboten. Die Verbote werden meist beachtet - und wenn doch mal ein Biker kommt, dann ist es ein ....

Immer wieder führt der Weg durch Apfelplantagen. Natürlich wissen wir alle, dass solche Monokulturen nicht unproblematisch sind. Aber die Apfelblüten sind halt einfach traumhaft schön!










Früher war für jeden Waal ein Waaler zuständig. Er wohnte am Waal, ein Wasserrad mit einem Seilzug läutete eine Glocke. 

Die Waalschell hell erklingt,
solang das Wasser rinnt,
und bleibt es einmal aus,
muss der Waaler aus dem Haus.










Immer wieder haben wir Ausblicke hinüber zu den Osthängen des Passeiertales, hier zum Dorf Riffian.











Und dann der imposante Gipfel der Mutspitze mit den ausgesetzten Muthöfen. Diesen Gipfel hätte ich schon lange gerne bestiegen. Ich bin aber vorsichtiger geworden und bin nicht mehr allein in solchem Gelände unterwegs.



Bei der Mittagsrast kommen wir ins Grübeln, ob da nun Birnen oder Äpfel heranwachsen. Eines ist sicher: Kartoffeln sind es nicht.












Überraschend kommen unterhalb Schenna Schlüsselstellen:







ein Überhang und ein bissiger Hund ....



 Na ja - und dann sind wir doch plötzlich, ein bisschen müde, in Meran an der Passerpromenade und erfreuen uns am Blumenschmuck.

Dieser Baum gibt uns Rätsel auf. Ist es ein Hartriegel - und wenn ja, welcher?

Hier des Rätsels Lösung: es handelt sich um den Taschentuchbaum (Davidia involucrata) Die Pflanze stammt aus China und gehört tatsächlich zur Familie der Hartriegel.






Eindeutig nicht zur Familie der Hartriegel gehört dann dieses Produkt im Café Sissi Royal. Es handelt sich eindeutig um einen Weichstrudel, einen Apple lactis vulgaris.