Mittwoch, 21. Oktober 2015

Wanderwoche SAC Emmental - Algunderwaalweg und Tappeiner-Promenade

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die intensiven Niederschläge in der Nacht und die gesunkene Schneefallgrenze lassen uns resignieren: auch heute müssen wir auf die 1000-Stufen-Schlucht verzichten. Als Ersatz entscheide ich mich für den Algunderwaalweg mit anschliessendem Regenbummel in Meran.

11 km, keine Aufstiege, T1





Das garstige Wetter mag ja abschrecken - das reichhaltige Frühstücksbüffett lässt die Stimmung ansteigen.



Mit dem Bus fahren wir von Kompatsch nach Töll - nach wenigen Minuten sind wir unten beim Parkplatz, wo der Algunderwaalweg beginnt.



Geschichtliche Informationen finden wir auf einer originellen Tafel.



Mit dem Wässerwasser dieses schönen Waals werden die Rebberge an den Sonnenhängen bewässert. Aus den Trauben Vernatsch und Lagrein werden ausgezeichnete Rotweine gekeltert.



Vom Waalweg aus hat man eine prächtige Sicht über das Dorf Algund hinaus in den Talkessel von Meran.



In diesem Klima gedeihen sogar Bananenstauden.



Das Wetter verspricht auch heute keine Besserung. Trotzdem erfreuen wir uns an dieser schönen Landschaft.




Zum Schluss geht es über eine Hängebrücke. Über das Strässchen von St. Peter wandern wir hinunter zur Tappeiner-Promenade.




Die Tappeiner-Promenade ist der wohl beliebteste Spazierweg von Meran. Einsam fühlten wir uns hier nicht.




Mittagszeit. Wir kehren beim Unterweger ein und erlaben uns an den verlockenden Süssspeisen.



Von diesem weltbesten Apfelstrudel ...



.... wird Ruth noch lange träumen.





Beim Verlassen des Lokals sehen wir exemplarisch, unter welchen Belastungen ein Wanderleiter in einer Wanderwoche fast zusammenbricht.



Kurz vor Meran kommen wir an einer historischen Stätte vorbei. Im Tiroler Volksaufstand unter Andreas Hofer kam es hier zum letzten Gefecht.




Unter uns erblicken wir den Dom von Meran.




Die Gilf-Promenade führt uns hinunter an die Passer, vorbei bei einem gigantischen Specht.





Na ja - und dann kommen die Verlockungen einer Kurstadt. Die Frauen können einem weissen Jüngling mit einer Rose nicht widerstehen ...




..... und trotz besinnlichem Aufenthalt im gotischen Dom ....




.... berauschen sich die Männer an einem roten Getränk. 





Wie könnte es anders sein: nach dreistündiger Regenpause beginnt es wieder zu giessen. Wie es morgen weitergeht, ist noch völlig unklar.







Montag, 19. Oktober 2015

Wanderwoche SAC Emmental - Marlingerwaal

Dienstag, 13. Oktober 2015


Marlingerwaalweg - von Lana nach Töll
Der Marlinger Waal ist ca. 11 km lang. Er beginnt an der Talenge der Etsch bei der Töllbrücke und endet bei Lana. Auf be­quemem Weg wandern wir durch steile Flanken, Wiesen, Obst- und Weingärten. Tief unter uns liegen die Orte Algund, Meran und Tscherms.
Unterwegs gibt es zahlreiche Einkehr­möglichkeiten (Jausen) und gegen Schluss sogar die Möglichkeit, ein neues Hemd zu kaufen …

Zu beachten sind unterwegs die Informationen über die Geschichte und die Bedeutung des Waals. Details wie die Waalerhütte und die Wasserräder mit Glocke erinnern an die Suonen und Bis­sen im Wallis.


Baubeginn war 1737. Die Kostenberech­nung belief sich auf 20‘000 Gulden. Nach 20-jähriger Bauzeit kostete der Marlinger Waal die saftige Summe von fast 100‘000 Gulden.

12 km, Aufstieg 200 Hm, T1




Eigentlich stand ja heute die 1000-Stufen-Schlucht auf dem Programm. Intensive Regenfälle in der Nacht und dichter Nebel in den höheren Lagen zwangen uns zu einer Alternative. Wir fuhren mit der Vinschgerbahn nach Meran und mit dem Bus weiter nach Lana. Von hier aus begingen wir den Marlingerwaalweg im Aufstieg.


 Ein Aufstieg von ca. 100 Hm bringt uns hinauf zum Waal, der ganzjährig Wasser führt. In gleichmässiger Steigung geht es dem sprudelnden Wasser entlang aufwärts, wie wir dies von den Suonen und Bissen im Wallis kennen.



Eine felsige Stelle wird auf solidem Steg locker bewältigt.



Und bald schon sind wir beim Kiosk am Waal, wo ich in der Regel bei Margarethe Messner ein neues Hemd oder eine Vinschgerschürze kaufe - heute einen Regenschirm ...




Gleich darauf öffnet sich der Blick zum Schloss Lebenberg.


Wie im Wallis folgt das unvermeidliche Wasserrad, das mit einem Drahtzug eine Glocke bimmeln lässt.




Und rinnt das Wasser nicht,  muss der Waaler (Wasserhüter) aus dem Haus.





Meine Lieblingsjause, der Buschnschank beim Larchwalderhof naht, wir setzen uns an die Tische ...



... und schon steht ein schönes Jausenbrettl vor mir. Gastfreundschaft wird hier gross geschrieben: es gelingt mir nicht, das Brettl zu bezahlen. Die Wirtin liebt die Schweizer, die so fleissig mit Gruppen vorbeikommen.



Nach der Mittagsrast produziert Sue einen perfekten Suonenspagat, 



 und schon braust unter uns die Vinschgerbahn Richtung Meran.



Nach der Passage durch die Felsen ....





... erreichen wir die Talenge bei Töll, wo die Etsch aufgestaut wird und das Wasser für die nächste Stufe der Etschwerke und für den Marlingerwaal gefasst wird.




Mit der Vinschgerbahn geht es zurück nach Naturns.



Natürlich waren wir nicht die einzigen, die bei diesen schlechten Wetterverhältnissen auf den Marlingerwaalweg ausgewichen waren. Die meisten Wanderer begehen ihn im Abstieg. Somit waren wir nicht gerade einsam und wurden vom vielen Grüssen fast heiser. Kaum in Naturns angekommen begann es wieder heftig zu regnen. Im Hotel Lamm sind wir "am Schärme" und erleben wiederum einen gemütlichen Abend.



















Wanderwoche SAC Emmental - von Katharinaberg nach Unterstell


Montag, 12. Oktober 2015

Meraner Höhenweg: Von Katharinaberg nach Unterstell
Direkt vom Hotel Lamm aus fahren wir mit dem Linienbus nach Katharinaberg im Schnalstal. Der Weg Nr. 10 führt hinauf zum Meraner Höhenweg. Diesem folgen wir in stetigem Auf und Ab und kommen im unglaublich steilen Gelände bei den Höfen Unterperfl, Wand, Kopfron, Wald und Innerunterstell vorbei. Mittagsrast in der Jause Lint. Abstieg über Innerforch nach Unterstell.

Mit der Luftseilbahn oder zu Fuss steigen wir ab ins Tal.

11 km, 500 Hm Aufstieg, 450 Hm Abstieg, T2



Es ist so weit: die Wanderwoche der SAC Sektion Emmental kann beginnen. Bei schönstem Herbstwetter starten wir auf die erste der drei geplanten Etappen des Meraner Höhenwegs. In Katharinaberg steigen wir hinauf zur Kirche und schauen hinein ins Schnalstal.

 

In ähnlich exponierter Lage wie Katharinaberg erblicken wir Karthaus. Hier befindet sich das ehemalige Kartäuser-Kloster Allerengelberg.


Kühe fressen das letzte Herbstgras - und wir steigen zügig hinauf zum Meraner Höhenweg Nr. 24.


Die steilen Hänge unterhalb des Hofes  Unterperfl können im Heuet mit Ladewagen befahren werden.


Unterperfl. Ein schmucker Hof mit einer schönen Kapelle - aber ohne Jause.


In den Wäldern setzen die wilden Kirschbäume ganz besondere Farbtupfer.


Nach der Querung einer Schlucht erreichen wir nach längerem Anstieg den Hof Wand. Zu unserem Erstaunen begrüsst uns ein waschechter Berner, nämlich ein Berner Sennenhund.


Zum Hof Kopfron fährt ja auch eine Luftseilbahn - die wir wohl nur noch für Materialtransporte verwendet.


Die Jause in Kopfron ist unglaublich schön gelegen. Wir machen einen Trinkhalt und geniessen die schöne Aussicht.


Eine halbe Stunde später: der Blick zurück nach Kopfron - und Bkick hinein ins Schnalstal.




Nach einigem Auf und Ab im steilen Wald passieren wir den Hof Wand und blicken hinein in die farbenfrohe kleine Kapelle.





Es folgt wiederum eine längere Waldtraverse. Im Sommer blühen hier beim Waldeingang prächtige Feuerlilien.



Nach Innerunterstell queren wir die stark besonnten Hänge des Naturnser Sonnenberges. Die sonnigen Halden an der Lötschberg Südrampe lassen grüssen!


Tief unter uns das Schloss Juval, auch ein Wanderziel dieser Woche.


Faszinierend immer wieder die leuchtenden Herbstfarben.


In Lint ist die Zeit gekommen für die Mittagsjause. Studium der Menukarte.


Ueli versucht zu sünnelen.

Nach Lint blicken wir hinunter  ins untere Vinschgau Richtung Meran und queren die Druckleitung der Etschkraftwerke.



Im Abstieg nach Unterstell kommen wir bei der dieses Jahr eröffneten Aussichtsplattform vorbei und haben den Überblick über Naturns.


Die meisten unserer Gruppe werden zu Fuss nach Naturns absteigen, der bejahrte Wanderleiter fährt mit der Luftseilbahn.





Damit hatten wir den ersten Wandertag und leider einzigen Sonnentag genossen. Nicht zu vergessen natürlich die täglichen kulinarischen Höhenflüge im Hotel Lamm und den Trunk aus dem Fass Nr 9.